Preise

Die Preisträgerinnen und Preisträger
der Journalistenpreise 2015 der Genossenschaftsbanken in Rheinland und Westfalen

„Wirtschaft vor Ort“
Genossenschaftsbanken zeichnen Journalisten aus

Düsseldorf. Zum zwölften Mal haben die Volksbanken, Raiffeisenbanken, Spar- und Darlehnskassen in Rheinland und Westfalen Journalisten für ihre Berichterstattung über das Thema „Wirtschaft vor Ort“ für das Jahr 2015 ausgezeichnet. Die unabhängige Fachjury prämierte vier Print- und zwei Fernsehbeiträge und vergab Preise mit einer Dotierung von insgesamt 12.000 Euro. Die Preisträger wurden am Sonntag (19. Juni) in Roncalli`s Apollo Varieté in Anwesenheit von NRW-Medienminister Franz-Josef Lersch-Mense in Düsseldorf geehrt.

Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes und Ausrichter der Journalistenpreisverleihung, begrüßte die rund 180 Gäste aus Medien und Wirtschaft. Dabei betonte er: „Wir wollen mit unserem Journalistenpreis guten Wirtschaftsjournalismus unterstützen.“ Alle Wettbewerbsbeiträge, die die Fachjury seit 2004 ausgezeichnet habe, seien hierfür herausragende Beispiele. Barkey: „Gleichzeitig wollen wir mit dem Wettbewerbsthema „Wirtschaft vor Ort“ die Bedeutung von mittelständischen Unternehmen, zu denen auch die Genossenschaftsbanken unter dem Dach unseres Verbandes gehören, hervorheben und bekannt machen.“

„Sie stehen beispielhaft dafür, wie informativ und relevant lokaler Wirtschaftsjournalismus sein kann“, lobte Franz Josef Lersch-Mense, Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien in NRW, die Preisträger in seinem Grußwort. Zugleich warb er für den Vorschlag von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, als Mittel gegen Hetze und Hass im Internet ein „Netz-Kodex-NRW“ zu entwickeln und möglichst in diesem Jahr erste Ergebnisse zu erzielen.

Als Gastredner informierte Elmar Theveßen, ZDF-Chefredakteur und Terrorismusexperte in seinem Vortrag über das Terrorziel Deutschland und die aktuelle Bedrohungslage. „Es ist leider keine Frage ob, sondern nur wann ein Anschlag in Deutschland passiert. Wir werden lernen müssen, mit der Gefahr zu leben. Deshalb ist es umso wichtiger, wich auf Prävention zu konzentrieren, statt auf repressive Maßnahmen“, verdeutlichte Theveßen.

Der Journalistenpreis der Genossenschaftsbanken in Rheinland und Westfalen wird seit zwölf Jahren zum Thema „Wirtschaft vor Ort“ vergeben. Prämiert werden herausragende Beiträge in Bild, Wort und Ton, die das Ausschreibungsthema „Wirtschaft vor Ort“ in seiner Bedeutung transparent machen und der Öffentlichkeit nahe bringen.

Der Jury gehören unter anderen Harald Heuer, Leiter der Kinder-, Jugend- und Bildungsprojekte der Funke Mediengruppe, WISO-Redakteur Wolfgang Jüngst (ZDF), Wolfgang Kleideiter, stellvertretender Chefredakteur der Westfälischen Nachrichten, Yasmin Osman, Redakteurin beim Handelsblatt, Anselm Richard, Chefredakteur des Landwirtschaftlichen Wochenblattes, Chefredakteurin Claudia Schall von Radio Köln, Dr. Julian Stech, Leiter der Wirtschaftsredaktion des General-Anzeigers in Bonn, sowie Ulli Tückmantel, Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung, an.

Die Preisträger des Journalistenpreises für das Jahr 2015 sind:

Christof Boy, Michael Grytz
Christof Boy
Christof Boy
Michael Grytz
Michael Grytz

für den Filmbeitrag
„Die A 40 der Sozialäquator - Eine Straße trennt Arm von Reich“
WDR markt
Filmbeitrag

Jurybewertung

„Das Thema – das Auseinanderdriften reicher und armer Stadtteile – ist aktuell und wichtig, gerade vor dem Hinter-grund der Flüchtlingsfrage. Die Autoren haben vor Ort und die Fakten gut recherchiert, die Geschichte anschaulich über zwei Protagonisten erzählt und den roten Faden gut in der Hand gehalten. Der Film besticht durch gutes Storytelling und eine gelungene Bild-Dramaturgie.“

Kurz-Vita

Christof Boy arbeitete nach seinem Abschluss als Diplom-Journalist im Jahr 1989 an der Uni Dortmund als freier Autor für diverse Fernsehformate bei privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern (darunter Monitor und Stern TV). Daneben entstanden zahlreiche Reportagen und Beiträge als Regisseur, Kameramann und Autor für die Produktionsfirma Scoop. Seit 2010 liegt der Schwerpunkt wieder beim WDR, dort im Programmbereich Kultur/Wissenschaft (west.art) und Wirtschaft/Recht (Markt). Für das Format „Gegen den Strich“ in der Sendung Markt erhielt Boy 2014 den RIAS-Fernsehpreis und 2015 den Friedrich-Vogel-Preis.

Michael Grytz (geb. 1961) studierte Politik- und Wirtschaftswissenschaften. Er war Redakteur im WDR-Studio Bielefeld, danach Gründungsmitglied im ARD-Morgenmagazin. Dort verantwortete er unter anderem die Wirtschaftsberichterstattung und unternahm zahlreiche Reportagereisen ins Ausland. Später arbeitete er als Reporter für Tagesschau und Tagesthemen und war Korrespondent und Redakteur im ARD-Studio Brüssel. Dort entwickelte und verantwortete er die Sendung „Bericht aus Brüssel“. Er drehte mehrere Dokumentarfilme wie „Auf Biegen und Brechen – Aufstieg und Fall von Mannesmann“ (Herbert Quandt-Preis) und „Das Superkonto – Der Griff nach den EU-Milliarden“ oder „Alptraum im Fischerboot – Afrikas Flüchtlinge und Europas Fischereipolitik“ (Civis-Preis). Seit 2007 arbeitet er in der Wirtschaftsredaktion Fernsehen beim WDR und verantwortet aktuell die Sendung Plusminus und ist zudem Redakteur und Autor der Sendereihe die story. Er entwickelte zudem die Sendereihe „Gegen den Strich“ die 2015 u.a. mit dem Vogelpreis für Wirtschaftsjournalismus ausgezeichnet wurde.

Massimo Bognanni, Simon Book
Massimo Bognanni
Massimo Bognanni
Simon Book
Simon Book

für den Printbeitrag
„Der Seelenfänger“
Handelsblatt
PDF Beitrag

Jurybewertung

„Schon oft wurde über das Yoga-Imperium von Vol-ker Bretz geschrieben: Verdienst von Book und Bognanni ist es, seine Machenschaften im Zusammenhang mit dem Geschäft mit der Seele aufgedeckt zu haben. Gut recherchiert, informationsreich und ausgesprochen interessant geschrieben. Das Duo, das schon Preisträger vor zwei Jahren bei uns war, steht erneut für hervorragenden Journalismus.“

Kurz-Vita

Massimo Bognanni (geb. 1984) besuchte die Kölner Journalistenschule und studierte Politik an der Uni Köln. Während des Studiums gründete er das Büro „Weitwinkel Reporter“ und schrieb u.a. für den Stern, die ZEIT, Süddeutsche Zeitung und Spiegel Online. Seine Artikel wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Axel-Springer-Preis und dem Heinrich-Heine-Journalismuspreis (beide 2015) sowie dem Journalistenpreis "Wirtschaft vor Ort" (2013). Seit 2012 ist er Reporter beim Handelsblatt, seit Januar 2014 kümmert er sich (mit einem kleinen Zwischenstopp beim "manager magazin") vom Investigativ-Team aus vor allem um die dunkleren Ecken der Wirtschaftswelt. Für den heiteren Ausgleich erdachte, recherchierte und schrieb er die Handelsblatt-Serie „Sternstunden“ der deutschen Wirtschaftsgeschichte, die bald auch in Buchform erscheinen wird.

Simon Book (geb. 1986) hat Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Uni Passau studiert und danach die Deutsche Journalistenschule München mit einem Master Journalismus abgeschlossen. Anschließend arbeitet er als Redakteur zunächst bei der Financial Times, dann als Reporter beim Handelsblatt. Seit Mai 2016 ist er Reporter bei der Wirtschaftswoche. Book ist mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Heinrich-Heine-Journalismuspreis, dem Journalistenpreis der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Rheinland und Westfalen. Darüber hinaus war er Stipendiat der FAZIT-Stiftung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie des International Media Followship-Porgramms des Center for Strategic and International Studies in Washington

Kai-Hendrik Haß
Kai-Hendrik Haß
Kai-Hendrik Haß

für den Filmbeitrag
„Loseisen“
WDR Hier und Heute
Filmbeitrag

Jurybewertung

„In dieser Familien- und Firmengeschichte menschelt es kräftig, sie wirkt durch die Nähe zur den Protagonisten. Hier wird das Thema Unternehmensnachfolge einmal ganz anders bearbeitet. Der Film zeigt zum einen eine aussterbende Zunft, die letzte Freiformschmiede im Ennepetal. Der Einmann-Betrieb hat dank seiner Spezialisierung auf besondere Werkzeuge und seiner Flexibilität bis heute überlebt. Zum anderen zeigt der Film, wie sich der Sohn des Schmieds dagegen entscheidet, das Familienunternehmen zu übernehmen. Der Beitrag ist sowohl sachlich als auch emotional, eindringlich und informativ aufbereitet. Die Jury lobt die hervorragenden Schnitte, Einstellungen und Nahaufnahmen, die dazu führen, dass man als Zuschauer in diesem 15-minütigen Beitrag berührt wird.“

Kurz-Vita

Kai-Hendrik Haß arbeitete nach seiner Ausbildung zum Betriebswirt (VWA) in Münster und dem Journalistik-Studium in Dortmund (inkl. Volontariat bei n-tv) seit 2002 als freier Journalist. Beim WDR ist er für aktuelle Sendungen wie die Lokalzeit Ruhr aus Essen und längere Reportageformate wie Hier und Heute aber auch Radio und Internet tätig.

Uwe Hentschel
Uwe Hentschel
Uwe Hentschel

für den Printserie
„Schneiden, zahlen, gehen – Verkaufen ohne Verkäufer“
Wirtschaftsmagazin
„Macher, Menschen + Märkte“
Trierischer Volksfreund
PDF Beitrag

Jurybewertung

„Das Geschäftsmodell „Nimm meine Ware und be-zahle selbst an der aufgestellten Kasse“, basiert auf Vertrauen. Uwe Hentschel gelingt das Kunststück, die wirtschaftlichen Hintergründe eines Alltagsphänomens zu beleuchten, bei dem sich sicherlich viele schon gefragt haben, ob und wie es funktioniert: Die Serie ist gut bebildert und besticht dadurch, dass neben Erzeugern und Produzenten viele Experten zu Wort kommen und auch skeptische Stimmen nicht unterdrückt werden. Diese Texte zum Thema erfüllen zwei der wichtigsten Anforderungen an Qualitätsjournalismus: Sie sind informativ, und sie klären Fragen, die ein interessierter Leser an das Thema stellt.“

Kurz-Vita

Nach seinem Studium an der Uni Trier (Medienwissenschaft, Psychologie und Germanistik) hat Uwe Hentschel ein Volontariat beim Trierischen Volksfreund absolviert. Seit 2005 arbeitet er freiberuflich als Autor für deutsche und luxemburgische Medien.

Nadine Klees, Henriette Jedicke, Claudia Mahnke, Katrin Puvogel, Delphine Sachsenröder, Juliane Schneider
Nadine Klees
Nadine Klees

für die Printserie
„Arbeiten mit Handicap“
General-Anzeiger Bonn
PDF Beitrag 1
PDF Beitrag 2
PDF Beitrag 3
PDF Beitrag 4
PDF Beitrag 5
PDF Beitrag 6
PDF Beitrag 7

Jurybewertung

„Der Printserie gelingt es, einen breiten Einblick in den Arbeitsmarkt für behinderte Menschen, seine Hürden und Chan-cen zu geben. Eine gründliche Aufarbeitung des Themas „Arbeiten mit Behinderung“, die nicht nur Betroffenheitsgefühle vermittelt, sondern handfeste Informationen mit Menschenschicksalen verknüpft. Aufgeteilt in mehrere Reportagen werden die wichtigsten Fakten und Hintergrundinformationen geliefert. Eine sehr informative und gut umgesetzte Serie, angereichert mit vielen Fakten und Hintergründen. Den stärksten Eindruck hinterlassen die Teile, in denen Betroffene zu Wort kommen.“

Kurz-Vita

Nadine Klees (geb. 1984) ist seit 2014 Redakteurin im Wirtschaftsressort des General-Anzeigers in Bonn. Zuvor arbeitete sie als freie Journalistin und Dozentin, unter anderem für Spiegel Online und das Luxemburger Wort. Nadine Klees studierte Informationswissenschaft in Saarbrücken und Barcelona. Hospitanzen beim ZDF und beim Saarländischen Rundfunk ergänzten die theoretische Ausbildung. Anschließend volontierte sie bei der Saarbrücker Zeitung. Den Journalistenpreis der Genossenschaftsbanken in Rheinland und Westfalen gewann sie zusammen mit ihren Redaktionskolleginnen Henriette Jedicke, Claudia Mahnke, Katrin Puvogel, Delphine Sachsenröder und Juliane Schneider.

Georg Weishaupt
Georg Weishaupt
Georg Weishaupt

für den Printbeitrag„Perser aus dem Pott“
Handelsblatt-Magazin
PDF Beitrag

Jurybewertung

„Georg Weishaupt schreibt über einen international erfolgreichen Unternehmer, einen Paradiesvogel des Bochumer Wirtschaftslebens, dessen moderne Teppiche auch vom amerikanischen Präsidenten gekauft werden. Ein klassisches Portrait eines kreativen Unternehmers, das Glamour mit Regionalität verknüpft und interessiert. Die ansprechende Gestaltung inklusive der gelungenen Fotos tragen zu einem schönen und gutem Stück Wirtschaftsjournalismus bei. Alles in allem: interessant, spannend, leicht und professionell geschrieben und gut aufbereitet. Absolut preiswürdig.“

Kurz-Vita

Georg Weishaupt (geb. 1956) arbeitet seit Anfang 1986 als Redakteur und Reporter beim Handelsblatt. Er war im Ressort Unternehmen und Märkte für viele unterschiedliche Branchen verantwortlich, lange Zeit für die Telekommunikation. Außerdem betreute er viele Jahre die tägliche Porträtseite des Handelsblatts. Seit April 2015 schreibt er als Reporter im Ressort Unternehmen und Märkte über die Mode- und Luxusbranche sowohl für die Print- und Online-Ausgabe als auch für das neue Handelsblatt Magazin. Weishaupt absolvierte eine Banklehre und machte sein Diplom in Betriebswirtschaft an der Universität Köln und arbeitete nebenher als freier Journalist für die Kulturredaktion des Kölner Stadtanzeiger. Er ist seit vielen Jahren auch künstlerisch tätig und nahm an zahlreichen Ausstellungen, wie zur Nacht der Museen in Düsseldorf, teil.

Archiv der Preisträger

Teilnahme

"Wirtschaft vor Ort"

Die Jury